Aktuelles

SPRACHLOS IN STREITBERG 18.11.2009
Dr. Peter Tauber zu Gast im Lindenhof-Museum

Foto
Dr. Peter Tauber und H. Kessler

Das hatte unser Bundestagsabge-ordneter so nicht erwartet. Als Dr. Peter Tauber, zum ersten Mal über-haupt, das Linden-hof-Museum in Streitberg besuchte, war er nach der fachkun-digen Führung durch die Keramiksammlung der Eheleute Kessler das erste Mal sprachlos. Sprachlos vor Staunen und der Schönheit der umfangreichen Sammlung, passierte es ihm, dass er fürs Gästebuch nach den richtigen Worten suchen musste. Und das einem, der auf der politischen Bühne als Redner nicht nach Worten ringen muss.

Der Keramikteller aus Wächtersbacher Produktion, den Peter Tauber aus familiären Beständen mitbrachte, konnte Klaus-Dietrich Kessler auf die Zeit um 1900 datieren, was aber nicht hieß, dass es sich dabei um ein besonders wertvolles Stück handelte. Da ging es Peter Tauber wie vielen anderen Menschen, die ein Stück der Wächtersbacher Keramik besitzen. Aber das war nur zweitrangig.

Sein Besuch war Teil seiner Besuchstour durch die Region, um unterschiedliche Bereiche kennen zu lernen, die ihm bei seiner Arbeit in Berlin wertvolle Argumente liefern können, wenn es um Fragen der Wirtschaft und Kultur geht, die mit der Region des Main-Kinzig-Kreises in Verbindung stehen. Als Historiker liegen ihm natürlich die geschicht-lichen Themen besonders nah.

Besondere Aufmerksamkeit schenkte Tauber daher auch der Geschichte, wie und unter welchen Bedingungen das Museum überhaupt entstand. Seine Frage wurde gern aufgenommen und umfangreich beantwortet.

Klaus-Dietrich und Marlies Kessler belegten die gemeinsame Liebe zur Keramik mit Funden auf dem Flohmarkt, die der Grundstock für die Leidenschaft wurden. Dann die Suche nach einer Bleibe in der Region, und die clevere Verkaufsstrategie des Maklers, der Frau Kessler eindringlich darlegte, wie schön es doch wäre, unter der blühenden Linde zu sitzen, und …. – da war der Kauf des Lindenhofs perfekt. Das vorher so ernsthaft ins Auge gefasste Münsterland war Geschichte.

Dann schilderten die Eheleute, mit interessanten Details unterlegt, die Phase der spannenden Bautätigkeit. Da stand, noch vor allen keramischen Produkten, die Balkensammlung für die Restaurierung der Stallung an. Inzwischen fehlt es, wie bei allen Museen, an Platz für die Exponate.

Nun ist das Lindenmuseum mit so vielen Keramiken bestückt, dass es bald eine Katalogisierung geben muss, um den Überblick zu behalten. Viele Sonderausstellungen finden und fanden bisher statt, neben interessanten Führungen nach Anmeldung oder den vorgegebenen Zeiten.

Dr. Peter Tauber war so beeindruckt, dass es im wirklich an Worten fehlte, außer: „Das werde ich mir noch einmal in Ruhe mit meiner Freundin zusammen ansehen“, und leerte die angebotene Tasse Tee (ausgerechnet rote Keramiktassen) – aber das ist die Farbe der Wächtersbacher Keramik, die etwas ganz Besonderes ist, und für den Auftrag auf Keramiken am Markt sehr begehrt. Es war ein Besuch von großer Nachhaltigkeit.

Eberhard Traum

Presse